Foto: Karl-Heinz Moll

Heribert Schwan wurde am 2. Dezember 1944 als viertes von fünf Kindern der Eheleute Vinzenz und Elisabeth Schwan, geborene Stahl, in Betzdorf an der Sieg (Rheinland-Pfalz) geboren. Sein Vater war Volks-und Berufsschullehrer und langjähriger Leiter der katholischen Volksschulen in Wallmenroth und Friesenhagen (Kreis Altenkirchen).

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Schwan in Wallmenroth. In seiner Freizeit half er auf dem benachbarten Bauernhof, lernte das Violinspiel und war Mitglied des Schulorchesters am Gymnasium. Als Ministrant engagierte er sich aktiv in der katholischen Jugend.

Nach dem Abitur am Johannes-Gymnasium in Niederlahnstein studierte er an der Johannes-Gutenberg- Universität in Mainz Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft.

1973

wurde er mit einer Arbeit über die Rundfunkpolitik der französischen Besatzungsmacht zum Dr. phil. promoviert. Doktorvater: Prof. Dr. Hans Buchheim.

Schwan war als freier Radio- und Fernsehautor für Radio Bremen, den Saarländischen Rundfunk und den Südwestfunk tätig. In Baden-Baden produzierte er zusammen mit zwei Kollegen 30 Fernsehsendungen von 30 Minuten Länge über die deutsche Geschichte von der Weimarer bis zur Bonner Republik für das Telekolleg. 1974 wurde er festangestellter Redakteur und Moderator in der Abteilung Politik und Zeitgeschehen des Kölner Deutschlandfunks.

1989

wechselte Schwan zum Westdeutschen Rundfunk. Nach einem kurzen Intermezzo als

stellvertretender Leiter des Bonner ARD-Studios wechselte er im Herbst 1989 in die Kölner Zentrale in die Programmgruppe Innenpolitik und war mit zuständig für Fernsehdokumentation und ARD-Brennpunkte.

Von 1992 bis 2002 arbeitete er im Programmbereich Kultur und Wissenschaft. Hauptaufgabe war die redaktionelle Verantwortung für Kulturfeature im ARD-Programm und im WDR Fernsehen.

1993

übernahm er zusätzlich den ARD-Kulturweltspiegel, der unter seiner Leitung Marktführer aller Kulturmagazine im deutschen Fernsehen wurde. Als Abteilungsleiter galt er bei den Kolleginnen und Kollegen als umgänglicher Vorgesetzter und mutiger Ideengeber.

2001

gelang es ihm, den ehemaligen Leiter der Berliner Stasi-Unterlagen-Behörde, den Theologen Joachim Gauck, zu einer monatlichen Talk-Show im ARD-Abendprogramm zu gewinnen. Da die Akzeptanz der Zuschauer nicht den hohen Erwartungen der ARD-Oberen entsprach, wurde die allgemein anerkannte Sendung nach einem Jahr eingestellt.

Von 2004 bis zu seiner Pensionierung 2009 verantwortete Schwan Sonderprojekte der WDR-Programmdirektion im Featurebereich für die ARD.
Seit 1973 war Schwan Autor von mehr als 60 Fernsehdokumentationen. In über 20 WDR-Jahren verantwortete er redaktionell 574 Sendungen unterschiedlicher Längen. Dazu gehörte auch die erfolgreiche ARD-Reihe „Bilderbuch Deutschland“.



Für seine Fernsehdokumentationen erhielt Schwan mehrere nationale und internationale Preise. Für „Die verdrängte Gefahr – Neonazismus heute“ wurde er 1984 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Auf dem „New Yorker Festival Worldmedia – International Television Programming and Promotion“ erhielt er 2004 für seinen Film „ The SS-Man: Josef Bloesche – The Life And Death Of A Killer“ die Goldmedaille.
Für die gleiche Dokumentation „Der SS Mann. Josef Blösche –  Leben und Sterben eines Mörders“ wurde er 2004 auf dem „worldmediafestival“ in Hamburg mit dem „intermedia-globe“ in Silber ausgezeichnet. 2007 bekam er auf dem Festival in Hamburg eine weitere Auszeichnung in Silber und 2008 in Gold.
Thematischer Schwerpunkt seiner Filme war die Geschichte des Dritten Reiches und der beiden deutschen Staaten.

2009

ging er in Pension und arbeitet seitdem als Historiker und Publizist.

Heribert Schwan ist Autor und Co-Autor historischer Bücher und hat Biographien unter anderem über Richard von WeizsäckerHelmut KohlJohannes Rau, Oskar LafontaineWolfgang SchäubleRoman Herzog und Erich Mielke publiziert.

Zusammen mit Helgard Heindrichs erschien das Begleitbuch zu seinem gleichnamigen Dokumentarfilm „Der SS-Mann. Josef Blösche – Leben und Sterben eines Mörders“ (Droemer-Verlag 2003). 2005 folgte „Das Spinnennetz - Stasi Agenten im Westen: Die geheimen Akten der Rosenholz-Datei” ebenfalls als Buch zur gleichnamigen ARD-Dokumentation.

Zum Zweiteiler „Bonner Republik“ (ARD, 2009) und dem gleichnamigen Sechsteiler (WDR, Phoenix, 2009) gab er zusammen mit Rolf Steininger das Begleitbuch heraus. Mit seinem Co-Autor Rolf Steininger erschien „Mein 9. November 1989“, ebenfalls im Jahr 2009.

Schwan war Ghostwriter der dreibändigen Helmut Kohl-Memoiren (2004, 2005, 2007) sowie des Tagebuchs zur Spendenaffäre, das im Jahr 2000 wie auch alle Memoirenbände Bestseller wurde. Im Pathmos-Verlag erschien 2010 „Helmut Kohl – Virtuose der Macht“ (Co-Autor: Rolf Steininger).

Im Juni 2011 brachte der Münchner Heyne Verlag Heribert Schwans Biografie über die Kanzlergattin Hannelore Kohl heraus. „Die Frau an seiner Seite – Leben und Leiden der Hannelore Kohl“ belegte wochenlang den ersten Platz auf den Bestsellerlisten von Spiegel, Stern und Focus. Gleiches galt für das Buch “Vermächtnis –  Die Kohl-Protokolle“, das zusammen mit Tilman Jens die Bestsellerliste 2014/15 belegte.

Derzeit führt Helmut Kohl einen Rechtsstreit gegen seinen Ghostwriter Schwan um die Herausgabe der Tonbänder, auf denen 630 Stunden Gespräche im Jahr 2001 und 2002 aufgezeichnet wurden. Nach Urteilen des Kölner Landgerichts und des Oberlandesgerichts musste Schwan die 200 Kassetten an den Altkanzler übergeben. Eine Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe wurde zugelassen, die am 10. Juli 2015 vom BGH abgelehnt wurde. Somit verbleiben die 200 Tonbänder für alle Zeit im Besitz des Altkanzlers.

Heribert Schwan lebt und arbeitet in Köln und ist mit der Historikerin und Germanistin Roswitha Schwan-Michels verheiratet.

Der begeisterte Tennisspieler und bekennende Opernfan zählt zu den mehr als 80.000 Mitgliedern des 1. FC-Köln und verfügt über eine Dauerkarte bei Heimspielen. 2011 gründete er mit seinen Nachbarn im Stadion vermutlich den zahlenmäßig kleinsten Fanclub unter dem Namen „FC-Herzblut 2011“ .

fcherzblut

Als unverbesserlicher Optimist glaubt er an die sportlichen Erfolge seines FC und hofft auf den ewigen Verbleib in der ersten Bundesliga.

© 2015 – www.heribert-schwan.de – Journalist, Autor, Publizist, Historiker.