Details

Eine Dokumentation über die Gauck-Behörde von Heribert Schwan
Länge: 45 Minuten
Redaktion: Werner Filmer

Sendetermin:
WDR-Fernsehen
28.07.2000, 23:00 Uhr
31.07.2000,  15:15  Uhr WH

Film

Was die DDR-Staatssicherheit anrichtete.

Sie ist in der Welt einmalig: GAUCK-BEHÖRDE. Benannt nach ihrem ersten “Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik”, dem Rostocker Pfarrer Joachim Gauck, stellt sie seit fünf Jahren den Bürgern ihre Stasi-Akte zur Verfügung.
Täglich kommen 60 bis 70 Menschen in die ehemalige Berliner Stasi-Zentrale und zu den Außenstellen der Gauck-Behörde zur Akteneinsicht. Sie wollen sehen, wie der Staat mit ihnen umgegangen ist, wer sie bespitzelt hat, wem sie fatalerweise vertrauten und von wem sie verraten wurden.

Ein WDR-Fernsehteam beobachtete ehemalige DDR-Bürger, wie sie erstmals in ihre Stasi-Akte einsahen, wie sie auf die Spitzelberichte reagierten. Nicht selten kam es zu unerwarteten Szenen, zu Wutausbrüchen, oft zu bitteren Tränen über die Ungeheuerlichkeit des Vertrauensbruchs von Kollegen oder Freunden. Bisher wurden über 1,3 Millionen Anträge auf Akteneinsicht gestellt, über eine Million davon erledigt.

Die Dokumentation will Einblick geben in die Arbeitsweise der über dreitausend Angestellten mit ihren vierzehn Außenstellen. Aus den 180 Kilometer langen Aktenregalen der Behörde wurden einige Akten herausgenommen, die das unterschiedliche Schicksal von Opfern und Tätern der DDR-Staatssicherheit beispielhaft belegen.

Neben Mitarbeitern der GAUCK-BEHÖRDE kommen Täter und Opfer der Staatssicherheit und ein Oberstleutnant des früheren DDR-Geheimdienstes zu Wort. Dokumentiert werden Schweigepflichtverletzungen von Ärzten und das Engagement eines DDR-Schriftstellers für den Schnüffelapparat Mielkes. Schließlich geht es um einen folgenschweren Spionagefall in Nordrhein-Westfalen, der bisher unbekannt geblieben ist.

Belegt wird auch der Verrat eines hohen Kurienmitarbeiters im Vatikan von Rom.