Details

Eine Dokumentation von
Dieter Weiss und Rolf Steininger
Redaktion: Heribert Schwan

WDR, Teil 1 von 6
45 Minuten
11.10.09

Inhalt

Die Ära Adenauer steht für Westintegration, Wiederbewaffnung und NATO-Beitritt der Bundesrepublik. Dazu gehören die deutsch-französische Zusammenarbeit, die Einheit Europas, die Wiedergutmachung für Israel und trotz mancher Krise das Bündnis mit den USA. Der Name Adenauer ist eng verbunden mit sozialer Marktwirtschaft und der Integration von acht Millionen Vertriebenen. Seine politischen Gegner kritisieren, er sei gegenüber ehemaligen Nazis zu nachsichtig gewesen und habe Stalins Wiedervereinigungsangebot aus dem Jahre 1952 nicht “ausgelotet”.

Der erste Bundeskanzler forciert von Anfang an die wirtschaftliche, politische und dann auch militärische Integration der Bundesrepublik in den Westen. Das beginnt mit dem nach dem französischen Außenminister benannten Schuman-Plan, dem ersten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur wirtschaftlichen Integration, und der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft. Die scheitert im Sommer 1954 am Veto Frankreichs. Relativ schnell wurde Ersatz gefunden: Die Bundesrepublik wird Mitglied der NATO. Die Einheit Deutschlands ist kein Thema: Stalins Wiedervereinigungsangebot aus dem Jahr 1952 wird nicht ausgelotet, das Elend der DDR-Diktatur im Volksaufstand vom 17. Juni 1953 für alle erkennbar. Weitere Wegmarken der “Ära Adenauer”: Die Reise des Kanzlers nach Moskau im September 1955 und die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen, 1957 die Rentenreform. Die Römischen Verträge führten zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.

bonner1_160x120_160Im Mittelpunkt der letzten Regierungsjahre Adenauers stehen der Mauerbau, die „Spiegel-Affäre“ und der deutsch-französische Vertrag von 1963. Wichtig auch das Verhältnis zu Israel und die massiven Waffenlieferungen an das Land. Kritisch und neu beurteilt werden Mauerbau und die daraus resultierende Krise im deutsch-amerikanischen Verhältnis und die Hinwendung Adenauers zu de Gaulle. Von den Zeitzeugen äußern sich der Adenauer-Experte Hans-Peter Schwarz zu Adenauer generell, aber auch zu dessen Politik der Wiederbewaffnung und zur Stalin-Note; Helmut Kohl, Rainer Barzel und Egon Bahr zur Kanzlerschaft Adenauer, Ernst Benda und Egon Bahr zu Adenauer und dessen Position unmittelbar nach dem Mauerbau; Helmut Schmidt zum 17. Juni und zur Rückkehr der Kriegsgefangenen 1955/56, sowie Egon Bahr und Annemarie Renger, die langjährige Mitarbeiterin von Kurt Schumacher, zum SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher. Es fehlt auch nicht das “Wunder von Bern” 1954 und dessen politische Einordnung.