Helmut Kohl schimpft

Hasstiraden des Altkanzlers wurden wider seinen Willen als Buch publiziert. Warum?

Feuilleton, von Thomas E. Schmidt

Also noch einmal Helmut Kohl: grob und beleidigend, nichts und niemand entgeht seinem Zorn, der politische Berserker spricht, der Mann mit dem Elefantengedächtnis, der Feinde und ungetreue Weggefährten wieder und wieder mit Worten zermalmt. Von Weizsäcker, Blüm, Töpfer, Süssmuth, Späth, Geißler, Merz: alles Verräter oder Ahnungslose – sehr freie Rede aus dem Keller von Oggersheim, zwischen März 2001 und Oktober 2002 von dem Ghostwriter der Kohlschen Memoiren aufgezeichnet, jetzt frisch auf den Markt getragen in einem Buch, das den vollmundigen Titel Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle trägt.
In seiner Ausgabe vom Montag hatte der Spiegel in seiner Titelgeschichte …
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